Der Visionär Willy Brandt

In der zweiten Show der Künstlergruppe DIE REDNER steht die Rede Willy Brandts im Mittelpunkt, die er anlässlich der Ratifizierung der Warschauer und Moskauer Verträge am 10. Mai 1972 gehalten hat. Brandts eindringlicher und fesselnder Appell an den Bundestag strahlt bis heute grosse Kraft aus. DIE REDNER kontrastieren Willy Brandts individuellen Stil und Rhythmus mit Musik, Animationen und Filmsequenzen, mal subtil und leise, mal fordernd und plakativ.

Europa als Vereinigung der europäischen Staaten und Völker wurde zwischen den Trümmern und angesichts der Gräuel des Zweiten Weltkriegs geboren. Die persönlichen Erfahrungen mit dem Totalitarismus und der menschenverachtenden Ideologie der Nationalsozialisten sowie das Leben im Exil haben das politische Wirken von Willy Brandt geprägt.
Visionär und zukunftsgestaltend ist die unter dem Namen Neue Ostpolitik in die Geschichte eingegangene Außenpolitik Willy Brandts gegenüber Osteuropa, insbesondere gegenüber der UdSSR, Polen und der DDR. Brandts Politik ist geprägt von seinem aufrichtigen Geschichtsbewusstsein und seinem Bekenntnis zum Versöhnungsgedanken. Unter dem Motto Wandel durch Annäherung trug er maßgeblich dazu bei, die Wiedervereinigung Deutschlands und ein Zusammenwachsen Europas zu ermöglich.

Willy Brandt steht für einen politischen, geschichtlichen und gesellschaftlichen Paradigmenwechsel, der die Entwicklung der europäischen Staaten und die Lebensumstände der Europäer seit 50 Jahren maßgeblich prägt. Seine Visionen für ein friedliches Zusammenleben, basierend auf Verständnis, Anerkennung und Vergebung wirken bis heute und haben an Relevanz und Modellhaftigkeit auch in einer multipolaren Welt nicht verloren.